Das Hospital in Vogelbach

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Das Hospital in Vogelbach

In Vogelbach in der Pfalz unterhielt und betreute das Zisterzienserkloster Wörschweiler ein Hospiz bzw. Siechenhaus an der Pilgerstraße nach Santiago de Compostella, bzw. der Straße von Saarbrücken nach Kaiserslautern.

Die Datierung des Hospitals ist schwierig, geht doch Andreas Neubauer in seiner Zusammenfassung der Klostergeschichte davon aus, dass es erstmal 1258 Erwähnung fand. Er bezieht sich dabei auf die Stiftung eines Almosens durch Graf Gerlach von Veldenz, wonach "6 Kranke und Lahme" zu versorgen seien. An gleicher Stelle erwähnt er, dass das Hospital 1272 als Stiftung "aus früheren Zeiten, dem Kloster übergeben wurde[1]. Diese Stiftung aus dem Jahr 1258 wird im Wörschweiler Regest 187 ausführlich erwähnt, wobei nach meiner Auffassung daraus nicht hervorgeht, dass es sich überhaupt auf das Spital in Vogelbach bezieht. Es könnte sich auch vielmehr um einen Beleg für ein Siechenhaus - eine Infirmerie - beim Kloster gehandelt haben[2].

Michael Pauly gibt in seinem Artikel "Mittelalterliche Hospitäler im Einzugsgebiet der Saar" an, das Hospital sei durch Graf Folmar von Saarwerden und Dietrich von Homburg gestiftet worden. Er gibt dabei als Quelle unter anderem "Alfons Kolling, Ein Hospiz und die Brücken der Geleistrasse im Raum Homburg/Saar" an. In einer Fußnote bezweifelt er die Angabe der beiden Stifter aufgrund der Argumentation, dass diese nicht gleichzeitig gelebt hätten. Er widerspricht damit allerdings seiner eigenen Angabe der Lebensdaten, welche eine Überschneidung von 24 Jahren zeigt. Hierbei nennt er die "Daten" von Dietrich mit "1120 - 1155" und von Graf Folmar mit "1131 - 1166"[3]. Es dürfte sich hierbei zumindest bei Folmar um die Regierungszeit und nicht die Lebensdaten handeln, da Graf Folmar I. von Saarwerden zum Zeitpunkt der Stiftung des Klosters Wörschweilers im Jahr 1131 bereits verheiratet war (vgl. Die Geschichte des Klosters). Die beiden genannten Personen können also durchaus als Zeitgenossen bezeichnet werden (vgl. dazu auch in Merburg). Das Hospital könnte demnach durch aus auf das 12. Jahrhundert zurückzuführen sein.

Externe Links

Informationen auf der Webseite der Gemeinde Bruchmühlbach-Miesau.

Quellen

  1. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 28
  2. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S 142, Regest Nr. 187
  3. Michael Pauly, "Mittelalterliche Hospitäler im Einzugsgebiet der Saar" in Historische Blicke auf das Land an der Saar, Saarbrücken, 2012, S. 172f