Die Geschichte des Klosters

Die Geschichte des Klosters ist eng verbunden mit den ehemaligen Herrschaften Saarwerden, Moers-Saarwerden, Nassau-Saarbrücken, Zweibrücken-Bitsch, Zweibrücken, Homburg, Castel (Blieskastel), Kirkel, Zweibrücken, Kurpfalz, Veldenz und Pfalz-Zweibrücken. Die Güter des Klosters waren in diesen Territorien verteilt, welche geografisch im heutigen Saarland, Lothringen und in Rheinland-Pfalz lagen. Die Ära des Klosters begann im Hochmittelalter und endete mit der Reformation in der Neuzeit.

Vor 1131: Stiftung als Hauskloster der Grafen von Saarwerden

Die Gründung des Klosters Wörschweiler geht auf eine Stiftung des Grafen Friedrich I. von Saarwerden und seiner Frau Gertrude im Einvernehmen mit deren Sohn Folmar und dessen Frau Stephanie zurück[1] [2] [3]. Die Grafen von Saarwerden waren eine Nebenlinie der Bliesgaugrafen, worauf der Bezug zu dem Landstrich an der Blies zwischen Blieskastel und Homburg zurückzuführen ist[4].

In Rahmen der Stiftung werden die Orte Wörschweiler ("Werneswilre"), Erbach ("Urrebach"), Bliesbruck (heute Bliesberger Hof in Limbach), Reiskirchen ("Richeskirchen"), Volkerskirchen ("Volkardeskirchen" - heute überbaut von Kirkel-Neuhäusel) und (Bruch-)Mühlbach ("Mulenbach") erstmals genannt[3].

1131: Weihe der ersten Klosterkirche des Benediktinerpriorats

Die Weihung der ersten Klosterkirche erfolgte im Jahr 1131 durch einen päpstlichen Legaten, Kardinal Matthäus, Bischof von Albano[2], zu Ehren der Jungfrau Maria. Das Kloster wurde 1131 von Mönchen unter Leitung eines Priors aus dem Benediktinerkloster in Hornbach bezogen[1] [2]. Der genaue Baubeginn - und damit das tatsächliche Stiftungsdatum - ist nicht bekannt. Da 1131 ein Stand der Arbeiten erreicht sein musste, welcher die Weihe durch den Kardinal ermöglichte, kann man mit ca. 1 - 2 Jahren Vorlauf rechnen.

1171: Ablösung der Benediktiner und zweite Stiftung als Abtei der Zisterzienser

Bereits die Enkel der Stifter, die Grafen Ludwig der Ältere und Ludwig der Jüngere von Saarwerden, übertrugen 1171 das Kloster an den Abt Roger des Zisterzienserordens aus Villers-Bettnach. Zu diesem Zweck verzichteten sie auf ihre Herrschafts- und Vogteiansprüche, denn die Freiheit von Vogteiansprüchen ist eine Ordensregel der Zisterzienser. Dennoch kam es rund 400 Jahre später zu Streitigkeiten über die Kastenvogtei zwischen den verschiedenen Landesherren im Umland von Wörschweiler[5].

Die Zisterzienser zogen am 21. März 1171 unter dem ersten Abt Gobert (Abt Cobertus) in das Kloster ein[1]. Der Stiftungsbrief wurde 1172 in Kaiserslautern ausgestellt und von Abt Conrad vom Kloster Hornbach mitgesiegelt[1]. So wurde aus dem Priorat der Benediktiner eine Filiation und Abtei der Zisterzienser aus Villers-Bettnach bzw. Morimond[1]. Der Zisterzienserorden betrachtet darum den 21. März 1171 als Stiftungstag des Klosters[1]. Zeugen der erneuten Stiftung waren:

  • Abt Roger und seine Mönche Warner und Hicemann aus Villerium (Weiler-Bettnach),
  • Emicho, Graf von Liningen,
  • dessen Sohn Everard,
  • Gerlac, Graf von Neuenburc (hier dürfte es sich vermutlich um Gerlach von Veldenz handelt, die Grafen von Veldenz sind eine Nebenlinie der Raugrafen, den Herren der Neuenburg),
  • Raugraf Emico,
    Stiftungsbrief aus dem Jahr 1180, in welchem die Stiftung aus dem Jahr 1171 bestätigt und die damaligen Zeugen erneut genannt werden, der vollständige Wortlaut ist auf [1] wiedergegeben
  • dessen Sohn Conrad,
  • Wildgraf Gerard,
  • Folmar, Graf von Castel (ein Vetter von Folmar I. von Saarwerden, dem Vater der beiden Ludwige[6]),
  • dessen Söhne Folmar und Hugo,
  • Theoderic, Graf von Homberc,
  • Warner von Bolanden,
  • dessen Sohn Philipp,
  • Friedericus von Husen,
  • die Gebrüder Henricus und Humfridus von Alsecen brunne,
  • Merbodo und Embrico von Soulenheim (Saulheim),
  • die Gebrüder Reiner und Walter von Merburc,
  • Theodoricus von Wiere,
  • Berthold von Erneswilre (alle Angaben in der Schreibweise der Quelle)[7].

Die für ein Zisterzienserkloster untypische Lage auf einem Bergrücken[8], ist auf diese Gründungsgeschichte[9] [2] zurückzuführen. Der Grund für die Übergabe an den - damals neuen - Zisterzienserorden, war vermutlich der Vorwurf eines mangelnden Glaubenseifers der Benediktinermönche. Dies veranlasste die beiden Grafen von Saarwerden, die Ehre Gottes – welche sie durch Vernachlässigungen offenbar als beschädigt betrachteten - wieder herzustellen. Den damaligen Ausdehnungsbestrebungen der Zisterzienser kam dies entgegen. Für sie war Wörschweiler eine wichtige Station zwischen Weilerbettnach (Villers-Bettnach) und ihrem bereits bestehenden Kloster in Eußerthal. Im Übrigen war der erste Zisterzienser-Abt Gobert (Abt Cobertus) der Bruder des Weilerbettnacher Abts Roger[10]. Der Historiker Hans-Walter Herrmann geht davon aus, dass es noch weitere Gründe für die Übertragung an die Zisterzienser gegeben haben mag. Zum einen ist für ihn bereits im Vorfeld eine deutliche Vorliebe der beiden Grafenbrüder zu den Zisterziensern zu verzeichnen. Außerdem stand das erste Mutterkloster in Hornbach unter der Vogtei der Grafen von Saarbrücken. Der Wechsel bot also auch die Möglichkeit, Wörschweiler deren Einfluss zu entziehen[11].

1189: Weihung der neuen Klosterkirche

Bischof Bertram von Metz weiht die gotische zweite Klosterkirche der Jungfrau Maria "sub titulo nativitatis virginis mariae"[12].

1206: Inkorporation der Pfarrkirchen von Volkerskirchen und Großbundenbach

Graf Ludwig von Saarwerden übergibt dem Kloster das Patronat und den Zehnten der Kirchen zu Folkerskirchen[13] und Buntenbach zum "ewiglichen" Besitz[14]. Für den Autor ist nicht klar, ob es sich um Ludwig I. oder bereits seinen Sohn Ludwig III. handelte.

Grundsätzlich war es Zisterzienserklöstern verboten, Kirchen anzunehmen oder die damit verbundenen Aufgaben im Rahmen der Seelsorge für Laien auszuüben. Das Aufkommen konkurrierender Bettelorden, ließ die Zisterzienser diese Regeln aufgeben. Das Jahr 1206 ist dafür jedoch ein früher Zeitpunkt. Im Laufe der Jahre waren später bis zu 14 Pfarrkirchen inkorporiert[15].

1212: Der Papst bestätigt dem Kloster die Beibehaltung der Benediktiner-Regeln

Am 23.03.1212 gewährt Papst Innozenz III. dem Kloster und seinen Besitztümern apostolischen Schutz und gewährt dem Zisterzienserkloster die Beibehaltung der Benediktinerregeln[16].

1214: Die Anwohner von Wörschweiler und Bittensbach müssen ihre Dörfer verlassen

Heinrich von Kirkel siedelt auf Verlangen des Klosters seine Untertanen zu "Werßweiler" und "Bittensbach" an einen unbekannten Ort um[17]. Dieses Verlangen ist vermutlich dem Grundsatz nach einem Leben in Abgeschiedenheit der Zisterzienser zuzuschreiben. Die Zisterzienser bewirtschaften ihre Agrargüter aufgrund dieser Regel grundsätzlich selbst. Allerdings erlaubt das Generalvikariat die "Rentengrundherrschaft" und damit die Bewirtschaftung durch Dritte - auch Leibeigene - bereits ab 1224. Dies war auf den Rückgang der Zahl der Konversen zurückzuführen[18]. In einer Wörschweiler Regeste aus dem Jahr 1225 wird auf diesen Vorgang noch einmal Bezug genommen und beurkundet, dass der Streit zwischen Konvent und Heinrich hierüber (und andere Streitfragen) beigelegt wurde[19]. "Bittensbach" ist hier "Bütinsbach". Bei letzterem soll es sich laut "Saarpfalz, Blätter für Geschichte und Volkskunde" um Niederbexbach handeln[20].

Der Autor vertritt die Auffassung, dass hier nur eine ehemalige Siedlung am gleichnamigen Bach unmittelbar beim heutigen Wörschweiler-Gutenbrunnen gemeint gewesen sein kann. Der Wunsch der Mönche nach Abgeschiedenheit dürfte eher durch Siedlungen unmittelbar am Hang des Klosterbergs als beeinträchtigt empfunden worden sein, als durch die Anwohner des ca. 7 km entfernten Niederbexbachs.

Bittensbach ist heute der Name eines Baches unmittelbar bei Wörschweiler-Gutenbrunn.

Vgl. hierzu den Exkurs: Bütinsbach und Bittensbach.

1257: Das Kloster erhält die Genehmigung zum Hören der Beichte und Erteilung der Absolution

Nachdem die Zisterzienser, die bislang Seelsorge, Abnahme der Beichte von Laien, Erteilung von Sakramenten - wie der Taufe - abgelehnt hatten, weichten sie diese Regeln im 13. Jahrhundert auf, um "konkurrenzfähig" zu den jüngeren Bettelorden zu bleiben[21]. 1354 erlaubte das Generalkapitel unter diesem Eindruck die Einrichtung von Bruderschaften, was dazu führte, dass Wörschweiler 1354 der Bruderschaft Neumünster (Ottweiler) die Teilnahme an seinem geistlichen Leben ermöglichte und 1466 eine eigene Sakraments- und Fronleichnamsbruderschaft gründete. 504 Mitgliedereinträge sind erhalten - hinzu kommen die Familien der Mitglieder[22].

1263: Abt Christian soll mehrere Frauen aus dem Bistum Speyer exkommunzieren

Papst Urban IV. beauftragt am 16. Dezember 1263 den Abt aus Wörschweiler die Frauen Bertha, Adelheit und ihre Anhängerinnen zu exkommunzieren, weil sie entgegen eines päpstlichen Verbotes und eines Ordnungsrufes aus Speyer in der Nähe des Klosters Eußerthal eine "klösterliche Niederlassung" gründeten[17]. Warum beauftragte er nicht den Abt aus Eußerthal oder den Bischof?

1265: Ausbau des Klosters und Errichtung der dreischiffigen Basilika

Die erste Klosterkirche wurde vermutlich um 1265 von den Zisterziensern durch einen dreischiffigen Neubau ersetzt[23].
Ruine der Basilika
Das Kloster unterhielt ein Siechenhaus, welches 1258 in einer Urkunde über ein Almosen des Grafen Gerlach von Veldenz erstmals belegt ist. Der Graf verfügte, dass im Siechenhaus von diesem Almosen “6 Kranke und Lahme” zu unterhalten, sowie täglich vor dem Klostertor Almosen an 50 Arme zu verteilen seien. Während Andreas Neubauer dieses Siechenhaus nach Vogelbach verortet[24], findet man in dem bei ihm selbst zitierten Regest Nr. 187 dafür keinen Anhaltspunkt[25]. Ich verstehe diesen Regest vielmehr so, dass ein Siechenhaus beim Kloster gemeint war.

Bei den Ausgrabungen der 1950er Jahre konnten Fundamente einer kleineren Kirche - wohl der Prioratskirche - in Querschiff und Chor der zisterziensischen Kirche nachgewiesen werden[26].

Abweichend hiervon datiert Heribert Feldhaus die Vollendung der Kirche bereits bis 1235[27].

1313: Kaiser Heinrich VII. stellt das Kloster unter seinen Schutz

Am 25. Mai 1313 erklärt Kaiser Heinrich VII. das Kloster Wörschweiler für frei von allen Zöllen für sein "Lebensmittel" und Hab und Gut im römischen Reich. Er nimmt dabei mit Blick auf das Seelenheil seiner Vorgänger, seiner verstorbenen Frau Margarete und seines eigenen Seelenheils, das Kloster in seinen Schutz[28]. König Ludwig, der Bayer, bestätigt dies am 10. Juli 1328[28].

1349(?): Mönche und Konversen beschweren sich beim Papst

Papst Innozenz VI. verbietet eine Anrufung (zwecks Berufung) des Heiligen Stuhls durch einige Mönche und Konversen aus Wörschweiler wegen einer Bestrafung durch ihren Abt und bestätigt dem Abt das Recht und die Pflicht zur Bestrafung[29]. Die Regeste ist mit "Avignon, 5. Juni 1249" angegeben. Das ist aufgrund der Lebensdaten von Papst Innozenz VI. nicht möglich - auch war Avignon erst ab dem 14. Jahrhundert Papstsitz.

1358: Wer hat die Schirmherrschaft über das Kloster?

Der renommierte Experte Hans-Walter Herrmann berichtet im Aufsatz "Die Grafen von Saarwerden", dass nachdem im 14. Jahrhundert zunehmend die Veldenzer und Zweibrücker Grafen als "Schirmer" des Klosters aufgetreten seien, noch einmal ein Graf von Saarwerden auf Bitten des Generalkapitels von Citeaux die "Ordnung in der Mönchsgemeinschaft" hergestellt hätte[30]. In den Regesten gibt es dazu keinen Eintrag. Es gibt ein Regest von 1335, nach welchem das Generalkapitel von Citeaux den Kaiser und den Grafen von Nassau bittet, Beschützer des Klosters zu sein[31]. Am 8. März 1339 überträgt Kaiser Ludwig diese Aufgabe dem Erzbischof Balduin von Trier, sowie den Grafen von Veldenz und von Zweibrücken[32]. Herrmann vermutet, dass dies auf die Parteinahme der Saarwerdener für Papst Johann XXII. zurückzuführen war, der mit dem Kaiser im Streit lag[33]. Allerdings scheint die Beziehung zu den Grafen von Saarwerden weiterhin fortbestanden zu haben, denn 1342 berücksichtigt Graf Friedrich von Saarwerden das Kloster in seinem Testament und gibt an, dort "zu seinen Vorderen" begraben werden zu wollen[34]. Gestorben ist Graf Friedrich II. vermutlich nicht vor 1357, denn am 6. Januar dieses Jahres erscheint er noch in den Saarbrücker Regesten [35]. 1358 sollen die Grafen von Saarwerden tatsächlich noch einmal die Vogtei ausgeübt zu haben, bevor diese dann auf die Grafen von Zweibrücken überging[33].

Urkundlich belegt ist die Kastenvogtei des Herzogs Wolfgangs von Zweibrücken 1538 - aus dieser Urkunde geht hervor, dass diese Vogtei bereits unter Herzog Stefan bestand.

Vergleiche auch unten "1469"

1383: Das Kloster erleidet erstmals Kriegsschäden

Im Herbst 1383 erlitten das Kloster Wörschweiler und der Landstrich um Homburg „große Schäden“, als Herzog Robert I. von Bar einen Feldzug gegen den letzten Grafen von Zweibrücken, Eberhard, führt und dabei in dessen Gebieten Verwüstungen vornimmt[36]. Im April 1388 entschädigt Herzog Robert I. das Kloster hierfür durch jährlich "3 Mutten Salz"[37]. Zumindest im Jahr 1402 bescheinigt Abt Heinrich dem Herzog von Bar den Erhalt dieser 3 Mutten Salz[38]. Herrmann sieht in der "Zerstörung und Brandschatzung" des Klosters durch den Herzog von Bar einen mittelbaren Beleg für die Vogteirechte der Grafen von Zweibrücken über das Kloster (vgl. oben)[39]. Ein Beleg für eine Zerstörung oder Brandschatzung liegt nicht vor. "Große Schäden" können auch wirtschaftliche Schäden gewesen sein, die nicht mit einer unmittelbaren Zerstörung oder Beschädigung der Klosteranlage einhergegangen sind. Da Herzog Robert mit seinem Heer durch den Landstrich zog, in welchem zahlreiche Wirtschaftsgüter des Klosters lagen, so wird dies alleine schon zu großen Schäden geführt haben. In den Regesten des Klosters heißt es "Ropreicht Herzog zu Bore,...der während seines Krieges mit den Grafen von Zweibrücken auf Werneswilre lag und großen Schaden tat"[37]. Herzog Robert hatte sich mit seinen Truppen demnach im Kloster einquartiert - was ebenfalls zu Lasten des Klosters ging. Dies lässt nicht erkennen, dass er das Kloster vorsätzlich schädigte, um seinem Gegner Eberhard zu schaden.

1438: An der Schwelle zur Neuzeit beginnt der Niedergang des Klosters

Mit der beginnenden Neuzeit und der Reformation kam es zum Niedergang vieler Klöster in den protestantisch gewordenen Gebieten - so auch in Wörschweiler. In Wörschweiler begann diese Entwicklung bereits ca. 40 Jahre vor Beginn der Reformation. Die Herrschaft der Grafen von Homburg war nach dem Tod des letzten Homburger Grafen Johann (†1449) an die Grafen von Nassau-Saarbrücken übergegangen. Mit der Seelsorge der Homburger Untertanen im Umland von Wörschweiler waren bislang die Brüder aus dem Kloster betraut, bzw. sie stellten die Pfarrer und übten das Patronatsrecht über diese Kirchen[40]. Am 11.06.1438 ermahnt Albrecht von Castel Abt Johann(es) wegen Klagen der Homburger Bürger über Vernachlässigung von Pflichten des Beedener Pfarrers Nikolaus. So lasse dieser unzureichend die Messe lesen und seinen Sitz verfallen. Der Casteler drohte mit Eskalation an seinen Landesherrn, den Grafen von Nassau-Saarbrücken und Beschlagnahme des dem Kloster zustehenden Zehnten durch den Burggrafen von Homburg[41]. Burggraf von Homburg war damals der letzte Graf von Homburg, Johann, Herr zu der Fels, welcher auch in Wörschweiler begraben liegt.

Das Kloster lag damals auf dem Gebiet von Pfalz-Zweibrücken. Es verfügte über Güter ebendort, wie auch in den Territorien der Nassau-Saarbrücker und der Kurpfälzer aus Kaiserslautern.

1466: Gründung der Sakrements- und Fronleichnamsbruderschaft[22]

Die "Bruderschaft des Sakraments der Eucharistie unseres Herrn Jesus Christus" wurde 1466 im Kloster Wörschweiler gegründet. Das geht hervor, aus dem 2. Bruderschaftsbuch, welches Prior Heinrich Flade, der die Bruderschaft 1487 erneuerte, begonnen hatte. Dieses Buch ist erhalten und wird in der Biblioteca Bipontina aufbewahrt. Es enthält - unter anderem - Mitgliederverzeichnisse in lateinischer und deutscher, bzw. vermischter Sprache. Heinrich Flade nutzte dabei vermutlich ein älteres Verzeichnis für die Zeit von 1466 - 1487, welches heute nicht mehr erhalten ist[42].

Einen allgemeinen Einblick in das Wesen solcher Bruderschaften, gibt die Internetseite "Christen am Rhein", herausgegeben durch das Bistum Köln.

1469: Das Kloster erhält "eine Ordnung"

Im Jahr 1469 erhalten die Wörschweiler Mönche Verhaltensregeln zunächst vom Abt aus Weiler-Bettnach und Herzog Ludwig von Zweibrücken und dann ebenfalls von Graf Nikolaus von Moers-Saarwerden. Dieser beruft sich darauf, Stifter des Klosters zu sein und nennt den Herzog gleichzeitig den Landesfürsten des Klosters[43]. Offenbar war es erforderlich, den Anordnungen einen gewissen Nachdruck zu verleihen.

1480: Das Kloster gerät in Streit mit Ritter Friedrich "Gentersberger" von Bitsch

Nachfolgende Episoden beschreiben beispielhaft den fortschreitenden Niedergang des Klosters Wörschweiler. So hatten etwa Nassau-Saarbrücken, das Kloster und das pfälzische Herzogtum Pfalz-Zweibrücken jeweils Besitztümer bei den nahe gelegenen Dörfern Altstadt und Limbach. Das Kloster unter dem damaligen Abt Nikolaus II wurde 1480 in Streitigkeiten dieser Territorialherren um diese Güter hineingezogen und der Abt zog sich hierbei den Zorn und die Rache des Ritters Friedrich (Gentersberger, der Jüngere) von Bitsch zu, welcher im Verlauf des Streits ein Lehen verloren hatte. Er gab dem Abt Nikolaus II die Schuld hierfür. Dieser soll, durch seine Verkäufe von Ländereien zu Altstadt und Limbach an den Herzog Ludwig von Zweibrücken, einen Reigen von Besitzwechseln zuungunsten des Friedrich Gentersberger ausgelöst haben. Schließlich nahm der Ritter den Abt sogar gefangen (vgl. dazu auch die Regesten des Klosters von Neubauer Nr. 989[44]). Der Herzog von Pfalz-Zweibrücken intervenierte zwar beim Bischof von Metz, der Abt konnte dennoch erst nach einer gütlichen Einigung am 4. September 1480 befreit werden[45].

1487: Erneuerung der Sakramentsbruderschaft

Siehe oben, 1466.

1507: Das Ende der Sakramentsbruderschaft?

Heinrich Flade hat von den 504 Namenseintragungen im Bruderschaftsbuch wohl diejenigen bis Nr. 302 selbst gemacht. Der letzte Eintrag datiert 1507. Bis dahin wurden über 20 Jahre fortlaufend Namen von Brüdern und Schwestern dokumentiert. Während sich Abt Heinrich, der 1507 gewählt wurde, noch im Verzeichnis befindet, wurde sein Nachfolger, Abt Arnold, nicht mehr als Mitglied erwähnt[46]. Der Eintrag Abt Heinrichs ist der 303 und entspricht nicht mehr Heinrich Flades Handschrift. Ab diesem Eintrag wechselten offenbar die Schreiber[47]. Sofern hieraus abgeleitet werden kann, dass Heinrich Flade nach diesem Eintrag verstorben war, so wäre er ca. 80 Jahre alt geworden, denn nach eigenem Bekunden befand er sich 1487 in seinem 60. Jahr und in seinem 32. Jahr als Prior[48].

1510: Ein Kaiserslauterner Schlosser mobilisiert gegen das Kloster

Wie der Ritter Friedrich Gentersberger hatten in dieser Zeit auch viele freie Bürger den Respekt vor den Klöstern verloren. 1510 geriet das Kloster erneut in Streitigkeiten, diesmal mit dem bürgerlichen Kaiserslauterner Schlosser Michael Fuchs, welcher sogar Reiter und Fußvolk rekrutierte, um, nach einem zuvor abgewiesenen Prozess, gegen das Kloster zu ziehen. Truppen aus Pfalz-Zweibrücken verhinderten Tätlichkeiten gegen das Kloster. Einige Rittersleute der Umgebung, wie z.B. Franz von Sickingen, vermittelten und so wurde dieser Streit schließlich durch Zahlung einer Entschädigung beigelegt[49].

1525: Der Pfälzische Bauernkrieg

1525 bedrohte dann der Pfälzische Bauernkrieg das Kloster. Unterstützung kam vom Zweibrücker Herzog, dessen Truppen die im Kloster versammelten Bauern vertrieb[49].

1527 - 1539: Der Rechtsstreit vor dem Reichskammergericht

Zwölf Jahre lang, von 1527 bis 1539, währte ein weiterer Rechtsstreit des Klosters, nun mit dem Grafen Johann Ludwig von Nassau-Saarbrücken[50]. Seine Untertanen aus der Pfarrei Beeden (s.o.) hatten ihn zuvor um Hilfe ersucht. Sie hatten erhebliche Klagen gegen die Mönche erhoben, welche zu dieser Zeit die Pfarrei von Beeden betrieben. Diebstahl von Pfarreigentum und sogar die Besetzung des Pfarrhauses mit einer Metze, bei welcher die Mönche ein- und ausgingen, gehörten zu den Beschwerden. Drei dieser Frauen waren nacheinander im Pfarrhaus untergebracht. 1527 kam es deretwegen zu einem Streit mit den jungen Männern des Ortes, welcher in Ausschreitungen und Schlägereien gipfelte. In deren Verlauf musste ein Homburger Amtmann sogar einen der Mönche inhaftieren. Weiterhin kam es zur Vernachlässigung sämtlicher Pfarramtspflichten und der Seelsorge - manch’ Gemeindemitglied musste ohne Sakramente sterben. Der Landesvater aus Saarbrücken konnte beim Abt keine Unterstützung finden und sanktionierte das Treiben schließlich mit der Beschlagnahmung von Klosterzehnten. Das wiederum veranlasste Abt Arnold 1527 zur Klage beim Reichskammergericht in Speyer. Das Urteil wurde erst am 13.10.1539 - gegen den Grafen - gesprochen. Seine Beschlagnahmung sei Unrecht gewesen, er möge sich wegen der Beschwerden an den Bischof von Metz und das Mutterkloster in Weilerbettnach wenden[50].

1538 - 1547: Abt Arnold flieht in die Kurpfalz und bleibt dort bis zu seinem Tod

Als das Reichskammergericht sein Urteil sprach, befand sich Abt Arnold bereits nicht mehr im Kloster. Er hatte sich nach weiteren unrühmlichen Streitigkeiten, einer kurzzeitigen Verhaftung und Verfolgung durch Pfalz-Zweibrücken, 1538 in die Kurpfalz nach Kaiserslautern abgesetzt. Dort blieb er bis zu seinem Tod 1547[51].

Die Streitigkeiten, welche zu dieser Flucht des Abtes Arnold nach Kaiserslautern geführt hatten, begannen 1538 mit Zwistigkeiten innerhalb der Klostergemeinschaft. Zu dieser Zeit gab es im Kloster neben dem Abt nur noch den Prior und zwei weitere Mönche. Diese beklagten, dass der Abt den Brüdern nicht genügend zu Essen gäbe und wohl auch die Geschäfte der Abtei in Unordnung führen würde. Gleichzeitig stritten die Mönche derart untereinander, dass der Mönch Moritz dem Prior gar mit Totschlag drohte. Da die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken sich ab 1533 als Schirmherren des Klosters verstanden, fühlte sich Pfalzgraf Ruprecht befugt, in dieser Sache einzugreifen. Er beauftragte seine Räte die Angelegenheiten mit dem Abt zu regeln oder - bei dessen Weigerung - ihn in Kirkel in Haft zu nehmen. Bezüglich der Geschäfte des Klosters sollten der Prior und die Mönche in die Pflicht genommen werden. Es kam dazu, dass der Abt in Kirkel eingekerkert wurde. Er hatte bereits zuvor Urkunden, Wertgegenstände und Vorräte in den Klosterhof nach Kaiserslautern, unter den Schutz der Kurpfalz, schaffen lassen. Der Abt verblieb bis zu seinem Einlenken auf Burg Kirkel und musste am 30.09.1538 einen Vertrag akzeptieren, welcher ihn und seinen Konvent unter Zweibrücker Vormundschaft stellte. Der Abt kehrte, anders als von ihm versprochen, nie mehr nach Wörschweiler zurück. Sämtliche Versuche des Pfalzgrafen Ruprecht den Abt aus Kaiserslautern nach Wörschweiler zurückzuholen scheiterten. Bei der noch katholischen Kurpfalz in Kaiserslautern fand Ruprecht diesbezüglich keine Unterstützung. Der Pfalzgraf nahm die verbliebenen Klosterinsassen unter seine Aufsicht und verfügte dem Abt Arnold keine Einnahmen aus den Klostergütern zukommen zu lassen. Seine Amtsgewalt erstreckte sich allerdings nur auf das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken - auf dem Gebiet des pfälzischen Kurfürsten Ludwig V. blieb der Abt als rechtmäßiger Vertreter des Klosters anerkannt[52].

Die im Kloster verbliebenen Mönche forderten, nicht ohne Haupt zu bleiben. Daher ließ Pfalzgraf Ruprecht durch seine Amtmänner und seinen Landschreiber eine neue Verwaltungsordnung installieren und verpflichtete die Mönche zum Gehorsam gegen den Prior Johann Lußh. Nach dessen Tod baten die Mönche um die Wiedereinsetzung ihres Abtes Arnold, um nicht erneut ohne Haupt zu sein. Wie bereits erwähnt, kam dieser jedoch nicht zurück[52].

1552: Querelen um das Amt des Abtes

Nachdem um das Jahr 1552 in kurzer Folge zwei neue Äbte verstarben, welche zuvor nicht entsprechend dem kanonischen Recht gewählt worden waren, hielt es Alexander von Cicignon, Abt in Weilerbettnach, für seine Pflicht - als Visitator und Konfirmator des Zisterzienserordens - die Ordnung in Wörschweiler wieder herzustellen. Er ließ darum Nikolaus von Diedenhofen dem Wörschweiler Konvent beitreten. Nach Prüfung durch ein Rechtsgutachten des herzoglichen Rates Ulrich Sitzinger (ab 1555 Kanzler) konnte mit dem Einverständnis des Herzogs Wolfgang, der besagte Nikolaus am 08. April 1552 ordentlich zum Abt (Abt Nikolaus I) gewählt werden. Allerdings betrachten ihn die Mönche und auch die Zweibrücker eher als unerwünscht. Der Prior Johann Sarbrucker, sowie der Mönch Anton von Trier, diffamierten ihn schon vor seiner offiziellen Einführung 1553 mit allerlei Anschuldigungen (Vgl. dazu auch die Wörschweiler Regesten Nr. 1144[53]). Dabei machten sie sich die Streitigkeiten um die Kastenvogtei zwischen Nassau-Saarbrücken und Pfalz-Zweibrücken (s.o.) zunutze. Eine wichtige Rolle spielte sicher, dass der Herzog und sein Rat Sitzinger Protestanten waren. Daher nötigte das Mutterkloster den Wörschweiler Abt im Streit um die Vogtei zur Unterstützung des katholischen Anspruchstellers Graf Philipp von Nassau-Saarbrücken[54].

1558: Das Kloster wird in Folge der Reformation säkularisiert

Die Reformation und ihre politischen und gesellschaftlichen Folgen führten 1558 zur Säkularisation des Klosters. Der damalige Pfalzgraf Wolfgang, Herzog von Pfalz-Zweibrücken, beabsichtigte 1557 im Zuge seiner neuen protestantischen Kirchenordnung das Kloster in eine höhere Schule umzuwidmen[55]. Der Beauftragte des Herzogs verhandelte daher 1558 mit Abt Nikolaus und seinen beiden letzten Mönchen, Philipp Ohler und Heinrich Seebach, über die Bedingungen, das Kloster dem Herzog zu überlassen[55]. Nach mündlicher Einigung entsandte der Herzog einen Schaffner nach Wörschweiler. Dieser konnte allerdings nur berichten, dass der Abt sich inzwischen weigerte, die Verträge zu unterzeichnen. Vielmehr ritten Abt Nikolaus und Heinrich Seebach sogar zum Vaterabt nach Weilerbettnach. Dort verbot man ihnen - unter Strafandrohung der Exkommunikation - die Fortführung der Verhandlungen. Der Graf von Nassau-Saarbrücken wurde um Unterstützung gebeten - er solle verhindern, dass die Grablege seiner Vorfahren zu einem “Saustall” verkomme. Zurück in Wörschweiler traten Heinrich Seebach und der Abt den Beamten des Herzogs zunächst ablehnend gegenüber, später wiederum zustimmend, dann wieder ablehnend. Dabei beschuldigten sie sich gegenseitig, für dieses Wechselspiel verantwortlich zu sein. Schließlich ließ der erzürnte Herzog Heinrich Seebach in Zweibrücken und Philipp Ohler und den Abt Nikolaus in Wörschweiler unter Arrest setzen und mehrfach verhören. Dann schaffte man Ohler und Seebach in den “blauen Turm” nach Zweibrücken. Der Abt verblieb in Wörschweiler, da er bereits vom Tode gezeichnet war und man keinerlei Erwartungen mehr an ihn richtete. Er verstarb am 24. November 1558. Seebach und Ohler mussten noch bis 1560 auf ihre Haftentlassung warten. Von Heinrich Seebach hörte man nach 1562 nichts mehr. Philipp Ohler lebte jedenfalls noch im Jahr 1591[55].

1561 - 1771: Der Streit um das Klostererbe

Freilich wollten der Zisterzienserorden in Weilerbettnach und die katholischen Schutzmächte die Aufhebung des Kloster Wörschweiler nicht anerkennen. Nicht zuletzt ging es darum, die damit verbundenen Wirtschaftsgüter in Besitz zu bringen bzw. zu behalten. Das Kloster hatte Besitztümer im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken (seinem Standort), im Herzogtum Lothringen und in der Grafschaft Nassau-Saarbrücken. Darum forderte der Abt von Weilerbettnach am 25.05.1560 den Herzog von Pfalz-Zweibrücken auf, dem Bruder Matthias Metzinger das Kloster zu übergeben. Er hätte den Bruder zum künftigen Abt in Wörschweiler erwählt. Matthias Metzinger konnte aber weder beim Zweibrücker Kanzler Sitzinger, noch beim Herzog selbst, diesbezüglich etwas erreichen. Allerdings gelang ihm der Zugriff auf Klostergüter, welche sich auf lothringischem Gebiet befanden. Der Herzog von Zweibrücken führte daraufhin im Januar 1561 Beschwerde beim lothringischen Herzog Karl. Mit Unterstützung des Grafen von Nassau-Saarbrücken versuchte Matthias Metzinger Hand auf weiteres Klostergut, z.B. in Udenheim und Schornheim, zu legen. Die Sache führte zu mehreren Gerichtsverhandlungen, zu welchen Metzinger stets in Begleitung bewaffneter Nassau-Saarbrücker Reiter erschien. Schließlich untersagten die Gerichte seine Beschlagnahmen von ehemaligem Klostergut mit der Begründung, dass der Zweibrücker Herzog seine Ernennung zum Abt nicht anerkannt habe. Erfolgreicher war er in den lothringischen Landen – hier mussten die Zweibrücker einlenken, denn Herzog Karl von Lothringen hatte ihre Beschwerde abschlägig beschieden. Auf einen Streit wollten die Zweibrücker es wohl nicht ankommen lassen und so bezog Metzinger aus diesen Gebieten den Zehnt noch bis 1567. Metzinger lebte - da er in Wörschweiler nicht einziehen konnte - in Weilerbettnach als Mönch und übte dort das Amt des “Kellers” aus. Er starb wahrscheinlich zwischen 1568 und 1570[56]. .

Auch noch später wurden Äbte für das Kloster Wörschweiler ernannt. Ihren Anspruch durchsetzen konnten sie letztlich alle nicht. Das Kloster blieb faktisch aufgehoben. Belegt sind z.B. Dominique Mellon (1610) und Dom Claude Dugny (†1667). Eric de Pavilly wurde 1663 in Rom zum Abt ernannt und versuchte 1664 erneut (vergeblich) gerichtlich die Klostergüter zu beschlagnahmen. König Ludwig XIV. von Frankreich ermächtigte 1697 Dom Bardot und wies diesem den in Lothringen liegenden ehemaligen Besitz von Kloster Wörschweiler zu. Der Friede von Rijswijk am 30.10.1697 vereitelte den Zugriff dann jedoch. 1698 erreichte Dom Bardot den Zuspruch der Güter abermals. Eine Klage Zweibrückens wurde 1699 zunächst abgewiesen, die Berufung 1700 angenommen. Herzog von Zweibrücken war inzwischen der König von Schweden – und so zog sich der Konflikt mit König Karl von Frankreich noch bis 1703 auf der höchsten Ebene hin.

Im Jahr 1771 tauchte noch einmal ein „Abt von Wörschweiler“ auf, welcher versuchte, in den Besitz von Klostergütern zu gelangen. Dieser Nikolaus Wendel, ein Bruder aus Kloster Weilerbettnach, berief sich darauf, König Stanislaus hätte ihn zum Abt von Wörschweiler ernannt. Das konnte er freilich kaum belegen, die Zweibrücker speisten ihn mit einer Entschädigung ab[56].

1614: Der Brand der Klosteranlage

Die Klosteranlagen wurden durch das Herzogtum nie als Schule, sondern nur als Wirtschaftsgut genutzt. 1614 kam es infolge eines Brands zu einer weitgehenden Zerstörung der Anlage[57], wodurch heute nur noch Ruinen erhalten sind. Der Zweibrücker Klosterschaffner Johann Rothfuchs veranlasste am Sonntag den 27. März 1614, eine Bekämpfung von Ungeziefer in den Brombeerhecken durch Feuer. Der Wind führte dazu, dass die Flammen das Kloster erfassten[1] und zerstörten. Der Pfalzgraf Johann II. ließ nur die für den Wirtschaftsbetrieb dringend erforderlichen Anlagen wieder errichten - diese fielen dann dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer[57].

1876: Alfred Lilier beginnt die Ruine freizulegen

Kloster und Klosterberg waren lange in Privatbesitz. In den 1870er-Jahren erfolgte eine erste Freilegung der Ruinen durch den damaligen Eigentümer des Geländes, den Unternehmer Alfred Lilier[58]. Er ließ den Schutt beseitigen und die meisten freigelegten Grabplatten an der Längsseite Kirchenruine aufrichten[58]. "Kloster Wörschweiler 1131 - 1981, Homburger Hefte 1981" nennt hier das Jahr 1872 und Herrn Georg Lilier.

1954: Die erste Grabungskampagne des Kunsthistorischen Instituts beginnt

Die ersten umfangreichen bauarchäologischen Untersuchungen führte 1954 bis 1958 das Kunsthistorische Institut der Universität des Saarlandes, unter Leitung von Prof. J. A. Schmoll gen. Eisenwerth, durch[9]. Anfang der 1960er Jahre führt er diese Arbeit kurzfristig fort. Im gleichen Zeitraum fanden umfangreiche Sicherungen statt. Leider blieb Schmoll bis zu seinem Tod 2010 einen vollständigen Grabungsbericht schuldig. Die Grabplatten waren bereits bei der ersten Freilegung geborgen und an der Kirchenwand aufgestellt worden. Die Weitere Instandsetzungen und Sicherungen erfolgen seit den 1990er Jahren und dauern bis heute an.

Der Architekt Julius Kirsch begleitete 1954 - 1956 diese Kampagne als Zeichner. 2010 hat er seine Erinnerungen an die Grabungskampagne - mit zahlreichen Original-Zeichnungen festgehalten.

2009: Die Klosterruine wird in eine Stiftung umgewandelt

Das Eigentum an der Klosterruine wurde in die “Stiftung Klosterruine Wörschweiler” überführt.

2011: Es wird ein Förderverein zur Unterstützung der Stiftung gegründet

Im Herbst 2011 wurde ein Förderverein zur Unterstützung der Stiftung gegründet und im wiederum im Herbst 2015 wurde die Anlage mit Hinweistafeln ausgestattet.

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Hermann Hahn, Die Grabsteine des Klosters Wörschweiler, in Vierteljahresschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, Berlin 1900, S. 1-5
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 11f
  3. 3,0 3,1 Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 86, Nr. 1
  4. Hans-Walter Hermann, Gründung, Aufstieg und Niedergang des Klosters Wörschweiler in „Kloster Wörschweiler 1181 – 1981“, Homburger Hefte, 1981, S. 9
  5. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S.59
  6. Hans-Walter Herrmann, "Stammtafel 4", in Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes Band 2, Saarbrücken 1977
  7. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 86f, Nr. 3
  8. “Edition BONJOUR SAARLAND, Band 5, 3. erweiterte Auflage”, S. 34/35
  9. 9,0 9,1 Die Stiftung des Klosters Wörschweiler ist vollständig belegt durch eine Konfirmationsurkunde aus Wattweiler, heute im Staatsarchiv in München, in welcher Graf Ludwig von Saarwerden die Gründung durch seine Großeltern berichtet und die Übertragung an die Zisterzienser im Jahr 1171 durch ihn selbst und seinen Bruder (ebenfalls Ludwig) bestätigt. Als Grund wird Unzufriedenheit mit dem Gottesdienst angegeben.
  10. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 14f
  11. Hans-Walter Hermann, Gründung, Aufstieg und Niedergang des Klosters Wörschweiler in „Kloster Wörschweiler 1181 – 1981“, Homburger Hefte, 1981, S. 10f
  12. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 90, Nr. 11
  13. In der Literatur findet man diverse Schreibweisen
  14. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 93, Nr. 20f
  15. Hans-Walter Hermann, Gründung, Aufstieg und Niedergang des Klosters Wörschweiler in „Kloster Wörschweiler 1181 – 1981“, Homburger Hefte, 1981, S. 14 u. 19
  16. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler ..., S. 94, Nr. 25
  17. 17,0 17,1 Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler ..., S. 96, Nr. 31
  18. Hans-Walter Hermann, Gründung, Aufstieg und Niedergang des Klosters Wörschweiler in „Kloster Wörschweiler 1181 – 1981“, Homburger Hefte, 1981, S. 13
  19. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler ..., S. 105, Nr. 60
  20. Saarpfalz - Blätter für Geschichte und Volkskunde, Sonderheft 2013, S. 23
  21. Hans-Walter Hermann, Gründung, Aufstieg und Niedergang des Klosters Wörschweiler in „Kloster Wörschweiler 1181 – 1981“, Homburger Hefte, 1981, S. 14
  22. 22,0 22,1 Hans-Walter Hermann, Gründung, Aufstieg und Niedergang des Klosters Wörschweiler in „Kloster Wörschweiler 1181 – 1981“, Homburger Hefte, 1981, S. 15
  23. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 22
  24. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 28
  25. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S 32f.
  26. J.A. Schmoll gen. Eisenwerth, Wie sah die mittelalterliche Baugruppe auf dem Wörschweiler Klosterberg aus? in „Kloster Wörschweiler 1181 – 1981“, Homburger Hefte, 1981, S. 24
  27. Dr. Heribert Feldhaus, Zisterzienserkloster und Schloss Louisenthal/Gutenbrunnen Wörschweiler, S. 6
  28. 28,0 28,1 Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 236f, Nr. 527
  29. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler ..., S. 127f, Nr. 137
  30. Hans-Walter Herrmann, "Die Grafen von Saarwerden" in Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes Band 2, Historischer Verein für die Saargegend, 1977, S. 264
  31. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler ..., S. 263, Nr. 621
  32. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler ..., S. 269, Nr. 642
  33. 33,0 33,1 Hans-Walter Herrmann, Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes Band 2, Historischer Verein für die Saargegend, 1977, S. 320
  34. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler ..., S. 272, Nr. 655
  35. http://universaar.uni-saarland.de/regesten/regest/242
  36. Saarpfalz Blätter für Geschichte und Volkskunde, Regesten des Saarpfalz-Kreises, Sonderheft 2013, S. 93 gibt hier als Quelle die Regesten von Zweibrücken, S. 302, Nr. 916 an
  37. 37,0 37,1 Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 304, Nr. 780
  38. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 315, Nr. 821
  39. Hans-Walter Herrmann, Das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, in Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes Band 2, Saarbrücken 1977 , S. 346
  40. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters..., S. 323, Nr. 854
  41. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters..., S. 331f, Nr. 884
  42. Alfons Gebhart, Das Bruderschaftsbuch des Zisterzienserklosters Wörschweiler (15. - 16. Jahrhundert), Speyer 1992, S. 44f u. S.62
  43. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 353, Nr. 959 u. Nr. 960
  44. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler ..., S. 359f
  45. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters..., S. 31
  46. Alfons Gebhart, Das Bruderschaftsbuch des Zisterzienserklosters Wörschweiler (15. - 16. Jahrhundert), Speyer 1992, S. 45
  47. Alfons Gebhart, Das Bruderschaftsbuch des Zisterzienserklosters Wörschweiler (15. - 16. Jahrhundert), Speyer 1992, S.45
  48. Alfons Gebhart, Das Bruderschaftsbuch des Zisterzienserklosters Wörschweiler (15. - 16. Jahrhundert), Speyer 1992, S. 62
  49. 49,0 49,1 Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 31 - 32
  50. 50,0 50,1 Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S 32f.
  51. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 34ff
  52. 52,0 52,1 Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 35 - 38
  53. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler ..., S. 403
  54. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 38 - 43
  55. 55,0 55,1 55,2 Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 44 - 51
  56. 56,0 56,1 Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, veröffentlicht durch den Historischen Verein der Pfalz e.V., 1921, S. 53 - 59
  57. 57,0 57,1 Hermann Hahn, Die Grabsteine des Klosters Wörschweiler, in Vierteljahresschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, Berlin 1900, S. 5
  58. 58,0 58,1 Hermann Hahn, Die Grabsteine des Klosters Wörschweiler, in Vierteljahresschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, Berlin 1900, S. 6
Zuletzt geändert am 2. Juni 2017 um 20:25