Die Grabplatte des Hermann Boos von Waldeck und des Philipp Hubenriß von Odenbach

Aus Historische Orte
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grabplatte Boos von Waldeck und Hubenriß

Der Grabstein wurde im nördlichen Querschiff gefunden. Er trägt eine innere und eine äußere Beschriftung, denn er wurde nach seiner ersten Nutzung wiederverwendet.

Äußere Beschriftung – aufgelöst:

“† Anno domini 1426 ...die Barbare virginis (das ist der 16.12) obiit Hermannus dictus Boys des Walecken. Eius anima requiescat cum beatis. Amen.”[1]

Hermann Hahn konnte unter dem heute sichtbaren Wappen die Spuren eines überdeckten Wappen der Boos von Waldeck erkennen[1] . Der Homburger Amtmann Herrmann Boos von Waldeck war mit Lambrecht Streuf von Castels Tochter Enniche verheitet (vor 1386) und starb 1426 kinderlos[2]. Es handelte sich somit ursprünglich um dessen Grabplatte.

Der Name Hermann Boos von Waldeck ist für das 15. Jahrhundert in der Region mehrfach nachgewiesen. Ein Träger dieses Namens ist für den Anfang des Jahrhunderts als Herr der Gustavsburg in Hattweiler belegt (Homburg-Jägersburg)[3] . Ausserdem ist für den 30.11.1408 ein Hermann Boos von Waldeck als Bruder des Johann Boos von Waldeck und Schwager der Margaretha von Eppelborn schriftlich belegt[4] . Ein Nachkomme gleichen Namens lebte von 1458 bis 1499[5] . Er taucht 1479 (und später) in den Regesten der Landgrafen von Hessen auf[6] .

Innere Beschriftung – aufgelöst:

“Anno domini 1467 in die innocentum (= 28.12.) obiit Philippus Huberiß de Odenbach. Eius anima pauset cum electis.”[1]

Es geht demnach um den im am 26. Januar 1468 begrabenen Philipp Hubenriß von Odenbach[7] .

Ein Johann Hubenriß von Odenbach war 1410 Herr auf der Gustavsburg[8] und um 1472 ist ein Johann Hubenriß von Odenbach in Mimbach[9] nachgewiesen.

Hermann Hahn geht davon aus, dass das Grab des Boos von Waldeck 41 Jahre nach dessen Tod neu belegt wurde und die Grabplatte erneut verwendet wurde[5] .

Das Wappen auf der Grabplatte entspricht dem der “Hubenriß von Odenbach”[10] [1].

Die silbernen Schnallen aus dem Wappen der Boos von Waldeck findet man gelegentlich ebenfalls derart dicht aneinandergereiht (in verschiedenen Gemeindewappen erhalten).

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Hermann Hahn, Die Grabsteine des Klosters Wörschweiler, erschienen in Vierteljahresschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, Berlin 1900, S. 66ff
  2. Kurt Hoppstädter, Die Reichsritterschaft - Die Herrschaft Blieskastel, in Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes Band 2, Saarbrücken 1977, S. 405
  3. www.heimat-pfalz.de/dezember-hattweiler.html
  4. „Saarpfalz Blätter für Geschichte und Volkskunde, Regesten des Saarpfalz-Kreises, Sonderheft 2013“, S. 48 gibt hier als Quelle die Regesten der Erzbischöfe zu Trier an
  5. 5,0 5,1 Rheinland-Pfälzische Personendatenbank, Artikel über Hermann Boos von Waldeck (Stand: 16.12.2010), http://www.rlb.de/cgi-bin/wwwalleg/goorppd.pl?db=rnam&index=1&s1=-pkd1024-&zeilen=1
  6. Landgrafen-Regesten online Nr. 3623 <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/3623> (Stand: 12.9.2011)
  7. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler ..., S. 352, Nr. 935
  8. www.heimat-pfalz.de/dezember-hattweiler.html
  9. www.mimbach.de/content/view/14/52/
  10. vgl. Rudolf Zobel, “Wappen an Mittelrhein und Mosel”, Tafel 250, 2009, Books on Demand GmbH