Grabplatte des Gerhard Schlump von Orlebach

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Grabplatte des Ritters "Slumpo" von Orlebach

Im östlichen Kreuzgang wird eine Grabstelle von einer Betonplatte markiert. Diese ist versehen mit der Angabe

„Ritter/Krieger (Miles) Gerhardus genannt Schlump (Slumpo) von Orlebach. Gestorben am 29.01.1328.“

Die Herren von Orlebach hatten ihre inzwischen abgegangene Burg beim heutigen Zweibrücken-Oberauerbach. “Schlump” oder “Slumpo” ist ein häufiger Name für die Herren von Bundenbach (Großbundenbach), mit Vorname meist “Hugo”.

Im Römermuseum Schwarzenacker befindet sich eine Grabplat­te welche auf digiCULT-Museen entziffert wird mit

ANNO * D(OMI)NI * M * CCC * XX * VIII * [- - - ] / [- - - ] LEBAC[H?][1]

Als Übersetzung ist angegeben:

"Im Jahre des Herrn 1328 ... Lebac[h?]"

Es wird bei digiCult nicht ausgeschlossen, dass es sich um eine Frau handelte[1]. Der Autor schließt das aus - die abgebildete Figur trägt das Haar offen, eine verheiratete Frau des Mittelalters würde eine Rise tragen - vgl. dazu auch die Grabplatte der Gräfin Agnes und Propst Heinrichs und die Grabplatte der Ennela von Bundenbach, wo man dies jeweils gut erkennen kann, ebenso wie die Frisur des Heinrichs. Diese beiden Grabplatten sind ungefähr gleich alt. Der Kragen der Figur deutet auf eine Rüstung hin.

Der Autor ordnet diesen Grabstein daher dem “Slump von Orlebach” zu. Denn statt “Lebach” entziffert er “Orlebach”. Vgl. dazu die Ausschnittvergrößerung.
Ausschnittvergrößerung "Orlebach"

Die Übereinstimmung von Ortsangabe und Jahreszahl kann kein Zufall sein.

Dass das Kloster im 14. Jahrhundert Verbindungen nach Orlebach hatte, ist belegt – beispielsweise durch einen Vergleich mit dem Ritter Emiyche Vünker von Warthenberg mit dem Kloster, bei welchem es um ein Gut der Wörschweiler Mönche in Orlebach ging[2].

Quellen

  1. 1,0 1,1 Webseite „digiCult“ des Saarländischen Museumsverband e.V. (Stand 15.05.2013), „Grabplatte“
  2. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler ..., S. 303, Nr. 778