Kaiserslautern

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Die Reichsburg Kaiserslautern

Nur wenige Reste lassen heute noch die von Barbarossa in Lautern errichtete Reichsburg erahnen. Was man noch an aufrechten Mauern sieht, sind – größtenteils – die Reste des später an dieser Stelle errichteten Renaissanceschlosses. Das den historischen Orte heute dominierende Gebäude – der Casimirbau – ist ein völliger Neubau der Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts, welcher sicher nicht als fachmännische Rekonstruktion betrachtet werden kann, sondern der Bedeutung des Ortes ebenso wenig gerecht wird, wie die Platzierung der Betonburg (das Rathaus) und die vorgelagerte neuzeitlichen Steinwüste.

Die Burg Lautern wurde zwischen 1152 und 1158 durch Friedrich I. Barbarossa als Reichsburg neu errichtet. Die Burg erreichte eine große Bedeutung, kann sie doch bis zum Jahr 1300 immerhin 24 Besuche von Königen bzw. Kaisern aufweisen und im Jahr 1269 heiratete der römische-deutsche König Richard von Cornwall sogar an diesem Ort. Dennoch handelte es sich nicht um eine Pfalz, sondern eine Reichsburg[1].

Ab dem 14. Jahrhundert wurde die Burg mehrfach verpfändet und ging schließlich 1357 an die Kurpfalz. Und so war es denn auch Pfalzgraf Johann Casimir, welcher zwischen 1570 und 1580 unmittelbar bei der Burg sein Renaissanceschloss errichten lies[1].

Burg und Schloss erfuhren schwere Beschädigungen sowohl im Dreißigjährigen Krieg, als auch im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Nur das Schloss wurde – nicht im alten Umfang – zunächst wieder errichtet. Weitere Zerstörungen erfolgten und im 19. Jahrhundert lies erst die bayerische Regierung ein Gefängnis und bald darauf Privatleute eine Brauerei an dieser Stätte errichten. Diese Gebäude wurden im Zuge von Grabungen im 20. Jahrhundert zwar wieder beseitigt, dafür wurden der Neubau des Casimirbaus und später die weiteren Überbauungen durchgeführt[1].

Fotogalerie

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 Alexander Thon, “Wie Schwalben Nester an den Felsen geklebt...”, Burgen in der Nordpfalz, 2005, S. 75ff