Kirkel

Aus Historische Orte
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Kirkeler Burg...

Ruine der Burg Kirkel

...wurde um das Jahr 1000 zur Sicherung der Handelsstrasse von Saarbrücken nach Kaiserlautern als Reichsburg errichtet[1].

Die älteste schriftliche Quelle datiert im Jahr 1075 und ist aufgrund ihres Siegels einem Grafen Godefridus de Kirchilia zuzuordnen. Aufgrund der zu diesem Zeitpunkt schon wesentlich länger bestehenden Besitztümer dieses Grafenhauses in der Umgebung, sowie älteren archäologischen Funden, schliesst die Kirkel-Expertin Dr. Christel Bernard, in einer Veröffentlichung des Saarlandes über die Kirkeler Burg, nicht aus, dass diese bereits auf das 9. oder 10. Jahrhundert zurückgeht[2].

Bereits um 1100 begann für die Burg Kirkel eine Reihe häufiger Besitzerwechsel, oftmals in Folge von Erbteilungen. Sie fiel in dieser Zeit an die Grafen von Saarwerden. Gut 100 Jahre später, um 1214, erfolgt eine Teilung deren Besitzes, aus welcher Graf Heinrich von Saarwerden als neuer Herr von Kirkel hervorgeht[1].

Nach dem Tod Heinrichs von Saarwerden 1242 erbt dessen Neffe Johann von Siersberg die Hälfte der zu diesem Zeitpunkt noch reichsunmittelbaren Burg, sowie die Hälfte der umliegenden Besitztümer. Die andere Hälfte verblieb bei den Herren von Saarwerden”[1]. Der Kirkeler Zweig dieser Familie bezeichnete sich fortan an als “Herren von Kirkel”[2]. Nach Kurt Hoppstädter ging das Erbe Heinrichs allerdings in 4 Teilen zunächst an die Neffen Ludwig von Saarwerden, Johann und Arnold von Siersberg, sowie Theoderich von Hagen und Alexander von Stahleck. Die Art der Verwandtschaft der beiden letzteren mit Heinrich ist unklar. Nach Hoppstädter erscheinen ab 1251 nur noch die Siersburger als Besitzer der Burg, wobei zu einem späteren Zeitpunkt wohl Johann die Burg Kirkel und Arnold die Siersburg erhielt[3]. In den Regesten des Klosters Wörschweiler findet man diese ursprüngliche Aufteilung des Erbes bestätigt[1].

Die letzten Eigentümer der Burg aus diesen Linien waren Johann IV. von Kirkel (†1386) - mit welchem diese Linie erloschen war - und Graf Friedrich III. von Saarwerden, der 1414 als Kölner Erzbischof verstarb[1].

Trotz ihrer Reichsunmittelbarkeit erlangten weder die Burg noch die Herren von Kirkel eine überregionale Bedeutung[1].

König Sigismund (ab 1419 römisch-deutscher Kaiser) belehnte die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken mit der Reichsburg Kirkel. Die Herzöge bauen die Burg im 16. Jh. zu ihrem Wohn- und Amtssitz für Zweibrücken aus[1]. Herzog Johann I. erweiterte die Befestigungsanlagen erheblich und errichtete den stattlichen Corps de Logis[2].

Es folgt der Dreissigjährige Krieg in welchem die Burg 1635 von kaiserlichen Truppen eingenommen und schwer beschädigt wurde[2]. 1653 diente sie dem Herzog Friedrich als Ausweichquartier für seine beschädigte Zweibrücker Residenz[1].

Die anschließend nur noch schwach besetzte Anlage wurde in den Kriegen Louis IV. von Frankreich erstmals 1677, nach zweijähriger Besetzung[2], durch einen Brand schwer beschädigt[1]. Schließlich erfolgte eine weitere schwere Beschädigung 1689 durch erneute Inbrandsetzung durch französische Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Die Anlage wird 1740 als Steinbruch freigegeben. In den 1950er-Jahren erfolgt ein Wiederaufbau des - aus dem 15. Jahrhundert stammenden[2] - runden Bergfrieds und 1965 und 1980 bis heute weitere Restaurierungen und Sicherungen der Bausubstanz[1].

Eigentümerim der Kirkeler Burg ist heute die Gemeinde Kirkel.

Der Sage nach befindet sich im Schloßberg unter der Burg eine Höhle. Diese soll einen großen Schatz verbergen. Wächter des Schatzes soll ein riesiger Hund mit feurigen Augen sein[1].

Fotogalerie der Kirkeler Burg

Externe Links

Webseite des Förderkreis Kirkeler Burg e.V.

Quellen

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 Dr. Stefan Flesch in “Burgen und Schlösser an der Saar”, 3. Aufl., S. 346 - 349
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Dr. Christel Bernard in “Burg Kirkel Gemeinde Kirkel, Saarpfalz-Kreis (Saarland)”; 2003-Fiches-Saarland-Burg_Kirkel.pdf
  3. Kurt Hoppstädter, Burgruinen, Zeugen mittelalterlicher Geschichte in Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes Band 1, Historischer Verein für die Saargegend, 1978, S. 143ff