Ebernburg

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Die Ebernburg in Bad Münster am Stein-Ebernburg

Die Ebernburg

Das genaue Jahr der Erbauung der Ebernburg ist nicht schriftlich überliefert. Belegt ist die Übereinkunft des Raugrafen Ruprecht IV. von Altenbaumburg und Graf Johann von Sponheim, seinem Onkel, eine Stadt beim Dorf Ebernburg, sowie ein festes Haus in derselben und eine Burg auf dem „Hutteberg“ zu errichten. Diese Vereinbarung datiert auf das Jahr 1338[1].

1347 vereinbart eine Sühneübereinkunft des Ruprecht IV. und Graf Walram von Sponheim den Verbleib der „Everinburg“ bei den Sponheimern. Die Burg wurde somit in diesem Zeitraum erbaut[1].

1416 vererbt Elisabeth von Sponheim ein Fünftel der Burg an den Pfalzgrafen Ludwig. Diese Teilung führte in der Folge zu Auseinandersetzungen zwischen den Sponheimern und den Pfälzern. Sie dauerten bis 1436 an, bereits 1437 starben die Sponheimer jedoch aus[2] (Johann V. ) und ihr Erbe ging zu großen Teilen an die Grafen von Veldenz und das Haus Baden. Durch Auslösung einer Pfandschaft konnte Reinhard III. von Sickingen einen Teil der Burg erwerben[2].

Bis 1469 gelang es diesem vier Fünftel der Burg und die Herrschaft Ebernburg in seinen Besitz zu bringen und 1482 konnte sein Sohn Schweikard VIII. von Kurfürst Philipp von der Pfalz auch noch den Rest der Burg zu erlangen[1][2][3].

Die Burg war zu diesem Zeitpunkt bereits baufällig und wurde von den Sickingern im Renaissance-Stil instandgesetzt aber auch mit vier Batterietürmen ausgestattet und somit militärisch ausgebaut[1][2].

Unter den zahlreichen Reformatoren, welche bis 1523 auf der Ebernburg Zuflucht fanden, war auch Ulrich von Hutten[2]. Ein Jahr zuvor begann Franz von Sickingen seine Fehde gegen den Erzbischof von Trier und den Pfälzer Kurfürsten Ludwig V., welche nach seinem Tod auf Burg Nanstein 1523, auch den Untergang der Ebernburg zur Folge hatte. Der Kurfürst ließ die Anlage schleifen[1].

Wie die anderen Besitztümer der Sickinger, konnten die Söhne Franz' 1542 die Burg zurückerlangen und wieder aufbauen[1].

Die Reunionskriege erfassten 1697 auch die Ebernburg, beim Friedensschluß von Rijswijk wurde ihre Zerstörung beschlossen und 1698 ausgeführt[1]. 1797 diente die Ebernburg der Bevölkerung als Steinbruch[2].

Viele der heutigen Gebäude auf der Burg sind Neubauten des 20. Jahrhunderts[1].

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Alexander Thon, “Wie Schwalben Nester an den Felsen geklebt...”, Burgen in der Nordpfalz, 2005, S. 35ff
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Alexander Thon, “Die Zeit der letzten Ritter”, 2015, S. 34ff
  3. In der Enzyklopädie Wikipedia wird Schweikard VIII. als Sohn des Schweickhard VII. und Enkel des Reinhard bezeichnet.