Hohenburg

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Burg und Festung Hohenburg in Homburg/Saar

Burg, Festung oder Schloss – jede dieser Bezeichnungen ist für die Ruinen auf dem Schlossberg am Ende des Landstuhler Bruchs zutreffend.

Möglicherweise befand sich schon im 9. oder 10. Jahrhundert eine Burg auf dem Schlossberg. Die Gründung der Burg aus dem Hochmittelalter liegt im Dunkeln – es gibt nach Adolf Fauß mehrere alternative Aussagen zu Gründung und Gründer[1].

Einigkeit scheint darüber zu bestehen, dass die Burg 1172 im Besitz der Grafen von Homburg war[1],[2].

Aufgrund dauerhafter finanzieller Probleme der Homburger Grafen mussten in den kommenden Jahrhunderten immer wieder Teile der Burg veräußert, bzw. verpfändet werden [1].

1343 an den Erzbischof von Trier, 1347 an den Grafen von Veldenz, 1394 an die Grafen von Zweibrücken-Bitsch, 1402 an Philipp I. von Nassau-Saarbrücken [1].

Der Burgfriede zwischen den Gemeinern bliebt nicht gewahrt, denn Graf Philipp versuchte die anderen Teilhaber aus der Burg zu verdrängen, um Burg und Stadt unter seine Kontrolle zu bringen. Dabei scheute er auch vor Gewalt nicht zurück und unterlag schließlich in einer Schlacht bei der Wattweiler Höhe und dem Mölschbacherhof den Zweibrückern. Es kam zwar zum Vergleich, dieser hielt aber nur bis Tod des letzten Grafen von Homburg 1449. Graf Philipp streckte seinen Arm wieder nach weiteren Anteilen von Burg und Herrschaft aus. Die Streitigkeiten und Kampfhandlungen zwischen den Nassau-Saarbrückern und den Zweibrückern um die Hohenburg endeten erst 1492 durch Heirat der Kinder des Grafen Johann III. von Nassau-Saarbrücken und des Herzogs von Zweibrücken. Stadt und Burg kamen in Besitz von Nassau-Saarbrücken[1].

Graf Johann IV. ließ die Burg ab 1544 zur Festung modernisieren, seine Erbe, Graf Albrecht von Nassau-Weilburg (residierend in Ottweiler), setzte diese Maßnahmen fort [1].

Obwohl das Umland ein den ersten Jahres des Dreißigjährigen Krieges von Verwüstungen heimgesucht wurden, bliebt die Festung bis 1635 davon nicht betroffen. 1635 endet die erste Belagerung durch kaiserliche Truppen noch erfolglos. 1636 ließ die Besatzung sich allerdings übertölpeln. 1641 ging sie an Herzog Karl IV. von Lothringen. 30 Jahre später übergab dieser sie an Kurtrier[1].

Nach dem Ende des französisch-niederländischen Kriegs forderte Louis XIV. die Festung für Frankreich. Sie wurde 1680 ohne größeren Widerstand übergeben. Homburg wurde Hauptstadt der französischen Saarprovinz. Homburg wurde bis 1692 zur Vauban-Festung erweitert[1].

1697 musste Frankreich die 1679 erhaltenen Gebiete wieder an Lothringen zurückgeben und die Festungen wurden sämtlich geschliffen[1].

Nur drei Jahre später änderten sich die Besitzverhältnisse im Spanischen Erbfolgekrieg erneut. Ein Ausbau wie zuvor fand aber nicht mehr statt[1].

Holländer, „Kaiserliche“, Lothringer, Trier und Franzosen lagen im Wechsel in Homburg, 1705 musste der Platz dann endgültig den Franzosen übergeben werden, die die Festung – weniger gewaltig – wieder aufbauten[1].

Diese Kriege dauerten bis 1713/1714 an und schließlich wurde Homburg im Ergebnis der Friedensverhandlungen den Grafen von Nassau als Lehen zurückgegeben[1].

Die Fest war zu schleifen. Ohne militärische Bedeutung verblieben die Reste bis 1755 im Besitz der Grafen von Nassau[1].

1755 erwarb Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken den Schlossberg. Die Festungsruine diente als Steinbruch für den Bau der Stadt und des Schloß Karlsberg[1].

Fotogalerie

Quellen

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 Adolf Fauß in: Joachim Conrad, Stefan Flesch, “Burgen und Schlösser an der Saar”, 3. Aufl. 1993, S. 317ff
  2. http://www.homburg.de/content/pages/1083.htm (15 - Festungsanlage Hohenburg