Neuleiningen

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Burg Neuleinigen bildet mit dem gleichnamigen Ort ein sehenswertes Denkmalensemble.

Neben der Burgruine sind große Teile der Stadt aus dem 13. Jahrhundert erhalten[1].

Burg Neuleiningen ist für die Pfalz untypisch als Kastellburg errichtet. Eine Form, die man eher in Frankreich findet. Sie gilt als das älteste Beispiel dieses Burgentyps in Deutschland. Errichtet wurde sie zwischen 1238 und 1250 durch Graf Friedrich III. von Leiningen[1].

Alexander Thon datiert sie auf spätestens 1242, da in diesem Jahr die ältere Stammburg der Leininger als „Altleiningen“ bezeichnet wurde[2].

Die die Burg umgebende Ortschaft mit ihrer Stadtmauer entstand nach der Burg. Gegen Ende des 14. Jahrhundert kam es zu Lehensstreitigkeiten mit den Wormser Bischöfen und gleichzeitig wurde ein Viertel der Anlage – die bis dato alleine in Leininger Hand war – an die Nebenlinie Leiningen-Hardenburg verpfändet[2].

Landgraf Hesso von Leiningen-Dagsburg baute Neuleiningen in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zu einer befestigten Siedlung um[2].

Die Darstellung der Gemeinde Neuleiningen geht davon aus, dass dies schon im Konzept des Grafen Friedrich III. enthalten gewesen sei[1].

Die Linie Leiningen-Dagsburg starb 1467 mit Hesso aus. Der Wormser Bischof betrachtete daher dessen Anteil als heimgefallenes Lehen, das er somit einziehen wollte. Es kam zu einer Auseinandersetzung mit Emich VII. von Leiningen, welcher Neuleiningen nun gesamtheitlich als sein Erbe betrachtete. Auf Veranlassung des Bischofs eroberte Pfalzgraf Friedrich I. 1468 die Burg und erhielt dafür die Hälfte aller zugehörigen Liegenschaften[2].

Bis 1505 führte dies zu einer Aneinanderreihung von Konflikten der Leininger mit den Pfalzgrafen, welche beigelegt wurden, als man sich einigte, dass die Hälfte der Pfälzer und Wormser als Lehen an die Linie Leiningen-Westerburg ausgegeben wird. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts war Neuleiningen nun hälftig mit Wormser und leiningischen Amtsleuten belegt, welche die jeweiligen Anteile verwalteten[2].

Den Dreißigjährigen Krieg überstand die Anlage trotz mehrfacher Besetzung, der Pfälzische Erbfolgekrieg führte schließlich zur Zerstörung[2].

Interessant ist noch die Legende von der Gräfin Eva von Neuleiningen im Bauernkrieg, welche man auf der Seite der Gemeinde Neuleiningen nachlesen kann[1].

Die Burg Neuleiningen ist vielen bekannt durch ihre unmittelbare Lage an der Autobahn A6, sie befindet sich in Ortslage der mittelalterlichen Gemeinde Neuleiningen.

Fotogalerie

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 www.neuleiningen.de, Geschichte
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Alexander Thon, “Wie Schwalben Nester an den Felsen geklebt...”, Burgen in der Nordpfalz, 2005, S. 45ff