Stiefeler Schloss

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Beim sogenannten "Stiefeler Schloss" handelt es sich um die Überreste einer frühmittelalterlichen Turmhügelburg[1].

Aufgrund der frühen Zerstörung ist über die Anlage – die eine der ältesten im Saarland ist – nur sehr wenig bekannt. Die Besitzverhältnisse liegen mangels schriftlicher Überlieferungen im Dunkeln. Die Erbauung kann nur über archäologische Befunde eingeordnet werden[1].

Fundstücke wie eine Silbermünze und Scherben deuten darauf hin, dass die Turmhügelburg bereits zur Zeit Ottos II. bestand oder entstand. Sie existierte vermutlich bereits im 10. Jahrhundert bzw. wurde um etwa 1000 v. Chr. gebaut[1].

Die Motte auf dem Berg „Großer Stiefel“ oberhalb des Grumbachtals diente vermutlich dem Schutz der Zollstation am Rentrischer Spellenstein[1].

Die Zerstörung ist auf einen Brand zurückzuführen - vermutlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Barbara und Jutta Klein halten es für möglich, dass die Motte 1168 in Brand gesteckt wurde, als Kaiser Friedrich I. die Saarbrücker Burg und drei weitere Burgen des Grafen Simon zu Saarbrücken schleifen ließ.

Der Sage nach dienten die Überreste bis ins späte Mittelalter noch Räubern aus der Rentrischer Gegend als Unterschlupf. Eine Hinweistafel vor Ort spricht von Wilderern.

Die Resthöhe des Turm soll zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch über 3 Meter betragen haben - heute sind nur noch Grundrisse (vgl. Fotogalerie) vorhanden.[1].

Fotogalerie

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Barbara und Jutta Klein in: Joachim Conrad, Stefan Flesch, “Burgen und Schlösser an der Saar”, 3. Aufl. 1993, S. 364ff